· 

Vom Essen und Sterben Teil 1/12

Im folgenden Abschnitt stelle ich euch den ersten Teile (1/12) meiner Bachelorarbeit vor. Omnivoren, Veggies, Veganer: alle sind herzlich eingeladen, sich die Beiträge durchzulesen und sich eigene Gedanken zu dem Thema zu machen.
Ich freue mich sehr über euer Feedback und eure Meinung :)

 



...um den Tieren eine Stimme zu geben!

Schon seit längerer Zeit befasse ich mich mit Tierrechten und bin über die Praktiken der Menschen im Umgang mit Tieren im Bilde; aber auch ich werde immer wieder aufs Neue geschockt. Der Mensch nimmt sich das Recht, über das Leben und den Tod eines Tieres zu bestimmen. Ein Recht, das ihm meiner Meinung nach in keiner Weise zusteht! In einer Zeit der profitorientierten, grausamen  Massentierhaltung, wo es Landwirtschaft mit der artgerechter Tierhaltung kaum mehr gibt, wo Verantwortliche von fleischverarbeitenden  Betrieben lügen und betrügen, die Werbeindustrie den Konsumenten täuscht, in dieser Zeit kann ich es nicht verstehen wie gedankenlos Fleisch gegessen werden kann. Es gibt so viele Alternativen zu Fleisch, Käse, Milch und Eiern und trotzdem stellt der Mensch seine Ernährung nicht um. Auf Dauer ist dieses Konsumverhalten nicht tragbar – weder für Umwelt, Mensch oder Tier. Mit diesem Buch will ich Menschen erreichen, sie zum Denken anregen, sodass auch sie anfangen ihre  Lebensgewohnheiten zu hinterfragen und sie sogar vielleicht zu Gunsten der Tiere zu ändern. Auf Zahlenmaterial habe ich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, weitestgehend verzichtet. Denn je nachdem, ob man die Zahlen von  Intensivtierhaltungsbefürwortern oder von Tierrechtlern erhält -, erheblich differieren können.

Während für unsere Großeltern das Fleischessen noch etwas Besonderes war – sie aßen es etwa einmal in der Woche – ist es heutzutage üblich und nichts außergewöhnliches mehr, täglich Fleisch essen zu können. Folglich hat sich der Verbrauch in Deutschland seit den 1950er Jahren von unter 30 Kilogramm auf heutzutage rund 60 Kilogramm pro Kopf im Jahr verdoppelt. 1
Die Massentierhaltung macht es möglich. Im ersten Halbjahr 2013 wurden knapp vier Millionen Tonnen Fleisch in den gewerblichen deutschen  Schlachtbetrieben produziert. Ein Zuwachs von 0,1 Prozent (knapp 4500 Tonnen) im vergleich zu 2012. 2
Der Fleischkonsum wächst weltweit. Seit 1970 hat  sich der Fleischkonsum verdreifacht, auf fast 300 Millionen Tonnen im Jahr 2010. Die Weltbevölkerung hat sich in diesem Zeitraum jedoch nur etwas mehr als verdoppelt. „Das Problem: Die Fleischproduktion bedarf immenser Flächen: Von den weltweit ca. 5 Milliarden Hektar landwirtschaftlich genutzten Flächen werden fast 80% von der Viehwirtschaft beansprucht. Dabei stellen tierische Lebensmittel im Schnitt nur 17% der weltweiten Ernährung dar (...). Nach Berechnungen des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit würde im Jahr 2050 die komplette Ackerfläche der Welt benötigt werden, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln für die Tierhaltung zu decken.“ 3 Beschreibt der WWF (World Wildlife Fund) in dem Artikel „Fleischfrage“. Für die Fleischproduktion wurden in den letzten vier Jahrzehnten circa 40 Prozent des südamerikanischen Regenwaldes abgeholzt, um Platz für Anbauflächen zu schaffen. In den Gebieten des Amazonas ganze 70 Prozent. Zahllose Tier- und Pflanzenarten werden dadurch ausgerottet. 4
„Die Nutztierhaltung ist maßgeblich am Ausstoß der klimawirksamen Gase Kohlendioxid, Lachgas, Methan und Ammoniak beteiligt. Mit 18 % der Gesamtemissionen an klimawirksamen Gasen (gemessen in Kohlendioxid-Äquivalenten) trägt die Nutztierhaltung mehr als das Transportwesen zur globalen Klimaveränderung
bei.“ 5 So schreibt es die Tierschutzorganisation Animals´ Liberty. Für die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch wird bis zu 20.000 Liter Wasser benötigt. Im Vergleich: Für ein Kilogramm Brot wird nur circa 1.000 Liter Wasser eingesetzt. „Im Durchschnitt wird auf 10 kg verfüttertes Getreide 1 kg Fleisch produziert.“ 6

1 Vgl. http://fleischfrage.wwf.de/worum-gehts/fleisch-konsum/ (Stand: 23.10.2013)
2 Vgl. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/TiereundtierischeErzeugung.html (Stand: 23.10.2013)
3 http://fleischfrage.wwf.de/worum-gehts/fleisch-hunger/ (Stand: 29.10.2013)
4 Vgl. http://www.peta.de/web/fleischkonsum.6378.html (Stand: 23.10.2013)
5 http://www.animalsliberty.de/intensivtierhaltung_klimawandel.html (Stand: 23.10.2013)
6 http://www.wasserstiftung.de/wasserfakten.html (Stand: 17.11.2013)



Ganz schön hart, wenn man sich die Fakten so vor Augen hält. Vor allem die Zahlen sind für mich immer so unvorstellbar… Da frage ich mich, wo das alles in Zukunft hinführen wird.  Ich habe zum Beispiel gelesen, dass der Fleischverbrauch pro Kopf etwas gesunken ist. Liegt wahrscheinlich aber auch an dem „Vegan-Trend“. Mir soll es recht sein.  Ob jemand einem Trend folgt, aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen auf Fleisch verzichtet. Jeder Grund ist super, Tiere nicht zu essen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0