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Vom Essen und Sterben Teil 6/12

Ich weiß noch, dass ich als Kleinkind Gelatine immer toll fand. Wenn Mutti gebacken hat, nahm ich mir ein Gelatineblatt und schaute mir dadurch die Umgebung an, als hielt ich ein Fensterglas in den Händen. Hätte mir damals jemand gesagt, woraus Gelatine besteht, hätte ich fassungslos reagiert… 


Eine Muttersau „lebt“ den größten Teil ihres Lebens in einem winzigen Stall. Mehrfach wird sie geschwängert, um Junge zu gebären bis sie zum Schlachter kommt. Eine lebende Maschine, die Produkte, nämlich kleine Ferkel, erzeugt.

Die Ferkel werden nur wenige Wochen nach der Geburt der Mutter weggenommen. Mit einer Zange werden die Zähne abgekappt und die Schwänze abgeschnitten. Ohne Betäubung, ein schmerzvoller Eingriff. In kürzester Zeit werden sie gemästet. Einige Tiere haben Missbildungen oder deformierte Gliedmaße. Nach der Mast erfolgt das Schlachten. 21

Ohne Wasser und Futter werden die Schweine über viele Stunden oder sogar Tage zum Schlachthof transportiert. Viele Autofahrer überkommt Unbehagen, wenn sie an einem Viehtransporter auf der Autobahn vorbeifahren und dort die Schweine sehen.

In den Schlachthäusern angekommen, werden die Tiere mit Strom betäubt, die kurz darauf zusammensacken. Der Tod erfolgt nicht bei allen Tieren schnell. Bei manchen Schweinen – aber auch bei vielen anderen „Nutztieren“ – lässt die Betäubung nach, während sie am Hinterbein aufgehängt werden und ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

Das Blut verlässt den Körper in einem ungleichmäßigen Strahl. Die anderen Schweine sehen es aus nächster Nähe, kurz bevor sie mit Strom betäubt werden und das gleiche Schicksal erleiden. Im Brühbad werden die Schweine von Dreck und Borsten befreit. Danach werden die Innereien ausgenommen und die Schweine in zwei Hälften zerteilt. 22


Der Weg zum Produkt: Das Schweinefleisch wird zum Schnitzel und zur Wurst verarbeitet. Aber auch die „Nebenprodukte“ des Schweins werden verwertet: Gelatine für Süßspeisen. Fettsäuren von Knochen für Hygieneartikel, wie Seifen und Waschpulver. Kollagen, gewonnen aus Schweinegewebe, findet sich ebenfalls oft in der Kosmetik wieder. Das Schwein wird brockenweise, aber auch in seinen winzigen Bestandteilen hinaus in die Welt getragen. 23


Viele Verbraucher steigen auf Bio-Produkte um, weil sie denken, dass es den Tieren in dieser Haltungsform besser geht. Den wenigen Tieren, die in der Biohaltungsform leben, steht jedoch nur minimal mehr Platz zur Verfügung und sie bekommen lediglich Futter, welches ökologisch angebaut wurde. Den Tieren widerfährt meistens das gleiche Leid, wie den Tieren in anderen Haltungsformen. Die männlichen Küken werden ebenfalls aussortiert und getötet. Genauso wie Zuchtsauen in engen „Abferkelboxen“ sich nicht regen können. 24 Der lange Transport und die Schlachtung bleiben auch bei der Bio-Produktion nicht aus.


20 Vgl. http://www.peta.de/web/kommerzieller.520.html (Stand: 10.01.2014)

21 Vgl. http://www.peta.de/web/schweineinintensiv.502. html (Stand: 06.10.2013)

22 Vgl. Paul McCartney, Film: Glass Walls, http://www. goveggie.de/ (Stand: 10.01.2014)

23 Vgl. http://www.provieh.de/node/10996 (Stand: 06.10.2013)

24 Vgl. http://www.biowahrheit.de/inhalt/schwein.htm (Stand: 13.12.13)

 



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